Wenn der Himmel die Erde berührt...

Das Sakrament der Firmung

Von jeher stellt sich dem Menschen an den wichtigen Stationen seines Lebens die Frage nach dem Sinn dieses Lebens. Der Mensch fragt danach, was sich hinter den Ereignissen in seinem Leben, was sich hinter Freude, Hoffnung, Leben, Tod, Auseinandersetzung mit Gesellschaft und Umwelt etc. verbirgt. Der christliche Glaube möchte hierauf Deutungsangebote geben.

Gesten, Zeichen, Riten und Feiern helfen uns Menschen, unsere Lebenssituationen für uns selbst besser auszudrücken und auf Gott hin auszurichten.

Sakramente helfen uns dabei, diese Situationen einem göttlichen Bereich zu überantworten. Sakramente sind Zeichen, die auf eine tiefere Wirklichkeit im Erfahrenen, in den Ereignissen, in den jeweiligen Lebenssituationen hinweisen. Sie können so unsichtbares sichtbar machen und erzählen in einer anschaubaren und ‚anfassbaren’ Weise von der Liebe Gottes zu uns Menschen. Unsere Sehnsucht nach dem ewigen Leben, nach dem Leben überhaupt, bekommt in den Sakramenten einen Ausdruck und zugleich eine Antwort. Denn in den Sakramenten wird uns die Liebe Gottes zugesprochen und hier wird diese Liebe für uns auch erfahrbar. Wie z.B. ein Kuss nicht nur ein Zeichen der Liebe ist, sondern auch Liebe erweckt und in ihm sich Liebe ereignet.

Der Hl. Geist ist ein Lebensprinzip der ganzen Kirche und er wird bei der Firmung einem Menschen in seine ganz eigene Lebenssituation hinein zugesprochen. Im Sakrament der Firmung erhält der Firmling den Hl. Geist zur Stärkung für eine bewusstere und entschiedenere Auseinandersetzung mit seiner Umwelt, der Gesellschaft, seinem ganzen Leben und mit Gott.

Die Firmung wird verstanden als ein „Teilsakrament“ der Aufnahme in die Gemeinschaft der Gläubigen. Die Grundelemente der christlichen Initiation:

  • Die Taufe auf den Vater, Sohn und Hl. Geist
  • Erstkommunion
  • Empfang des Geistes des Vaters und des Sohnes - Firmung


Die Firmung ist ein Fest der Gemeinde, nicht nur der Verwandtschaft und Freunden, da man als Gefirmter hineingerufen ist in die Gemeinschaft der Kirche und deshalb Gemeinschaft mit anderen Gefirmten feiert. Das, was in der Taufe begonnen wurde, findet seine öffentliche Bestätigung und Annahme im Sakrament der Firmung. Der Firmling ist nun Vollmitglied der Kirche.

Die Firmung steht am Ende eines Initiationsprozesses und ist gleichzeitig der Neuanfang für den Hineinwachsenden in die christliche Gemeinde, quasi eine Initialzündung, die durch den Hl. Geist verursacht wird. Die Firmung ist keine Feier, die etwas abschließt, sondern mit der Firmung soll Neues beginnen und damit auch eine Mitarbeit, ein Mitwirken in der Kirche. Deshalb gilt:

-         Gefirmte Jugendliche sind Vollmitglieder der Gemeinde.

-         Christ ist man nicht für sich alleine.

Voraussetzungen für den Empfang des Sakraments der Firmung: Der Firmling muss getauft sein, da die Firmung die Taufe zur Vollendung bringt.

  • Der Firmling muss den Willen haben, gefirmt zu werden.
  • Der Firmbewerber sollte vor der Firmung das Bußsakrament empfangen.
  • Das Firmalter liegt heute gewöhnlich zwischen 13 und 17 Jahren.