Kirchliche Kitas müssen gerecht behandelt werden!

Die Verhandlungen mit der Landeshauptsstadt Stuttgart über die Förderung der kirchlichen Kindertagesstätten im Doppelhaushalt 2012/13 gestalten sich erneut sehr schwierig und unangenehm. Für die Katholische Kirche in Stuttgart ist es deshalb von größter Bedeutung, dass die Mitglieder der Kirchengemeinden über die Förderungen der Katholischen Kirche sowie mögliche Konsequenzen informiert werden.

In einem Schreiben informiert das Katholische Stadtdekanat Stuttgart alle Katholischen Kirchengemeinden und Katholischen Kindertagesstätten im Katholischen Stadtdekanat und bittet u. a. in den Gottesdiensten am Wochenende des 3. Advents, über die Entwicklung zu informieren.

Auch wenn das Katholische Stadtdekanat Stuttgart Verständnis für die Haushaltsituation der Landeshauptstadt Stuttgart hat, kann sie es nicht weiter akzeptieren, dass sie in den aktuellen Haushaltsplanungen der Landeshauptstadt Stuttgart erneut schlechter gefördert werden soll als alle anderen freien Träger.

Rundbrief

Unsere Kitas müssen gerecht behandelt werden!

Liebe Eltern und Familien der katholischen Kindertagesstätten,
liebe Mitglieder der Kirchengemeinden im Stadtdekanat Stuttgart!

Wir wenden uns heute in einem dringenden Anliegen an Sie. Nach den derzeitigen Planungen sollen im nächsten Doppelhaushalt der Stadt Stuttgart unsere kirchlichen Kindertagesstätten erneut schlechter gefördert werden als städtische Kitas und Einrichtungen anderer freier Träger. Für alle anderen ist eine Förderquote von 90% geplant – die Kirchen sollen sich mit 85% zufrieden geben. Im Vergleich zu 2008 sollen wir doppelt soviel aus unseren eigenen Mitteln aufwenden: fast 2,5 Mio. Euro pro Jahr. Das ist fast ein Viertel unseres ganzen Aufkommens an Kirchensteuern. Das können wir nicht leisten. Wir müssen nachdrücklich gegen diese Benachteiligung protestieren.

1. Kirchliche Kitas müssen gleich gefördert werden wie alle anderen!
Allen Trägern steht nach Recht und Gesetz eine gleiche Förderung zu. Die Stadt wäre sogar verpflichtet, andere Träger vorrangig vor ihren eigenen Einrichtungen zu fördern. Tatsächlich geschieht genau das Gegenteil. Selbst wenn die Kirchen über Eigenmittel verfügen: Es ist unrecht und sozialpolitisch absurd, die Kirchen durch schlechtere Förderung dafür zu bestrafen, dass sie in großem Umfang Eigenmittel einbringen.

2. Personal- und Sachkosten müssen angepasst werden!
Die Stadt berücksichtigt bei der Förderung ihrer Einrichtungen selbstverständlich Tariferhöhungen auch bei Reinigungskräften, hauswirtschaftlichen Angestellten und pädagogischen Vertretungskräften, ebenso auch Steigerungen von Sachkosten. Es ist nicht hinnehmbar, dass die Kirchen auf diesen absehbaren Kostensteigerungen sitzen bleiben sollen.

3. Kirchenmitglieder dürfen nicht zweimal zur Kasse gebeten werden!
Wie alle anderen Bürger bezahlen Kirchenmitglieder die Kindertagesstätten mit ihren Steuern. Nun wird verlangt, dass die Kirchen als Ausgleich für die schlechtere Förderung doch einfach mehr aus der Kirchensteuern ihrer Mitglieder einbringen sollen. Damit die Stadt Geld spart, sollen Kirchenmitglieder zweimal zur Kasse gebeten werden. Das ist abwegig und ein Übergriff in unsere Selbstbestimmung.

4. Wir wollen weiterhin für Kinder und Familien da sein!
Mit fast 3.700 Kitaplätzen, davon über ein Drittel für Kinder mit Bonus-Card, übernimmt die Katholische Kirche große soziale Verantwortung in dieser Stadt. Unsere Kitas stehen allen Kindern offen – unabhängig von Religion oder Herkunft. Wir wollen auch weiterhin für alle Familien da sein. Wenn die Förderung unserer Kindertagesstät-ten nicht ausreichend erhöht wird, müssen wir jedoch den Versorgungsvertrag mit der Stadt kündigen, wie dies auch die evangelische Kirche bereits getan hat. Dann müssen wir im Lauf des kommenden Jahres überlegen, welche Einrichtungen wir schließen müssen, weil die Stadt Stuttgart uns die entsprechende Förderung versagt. Wir hoffen, dass es nicht dazu kommen muss.

Wir versprechen Ihnen, dass wir uns nach besten Kräften für ein kinderfreundliches Stuttgart einsetzen. Bitte unterstützen Sie uns!

Hier erhalten Sie den Rundbrief zum Herunterladen.